Gefährlicher Code: Suchmaschinen Sandbox vermeiden
02. Juli 2008, Jan Loderhose
Die Suchmaschinenoptimierung stellt Webworker immer wieder vor die gleiche Frage. Welchen Code kann man verwenden, um gehobenen Ansprüchen bzgl. Design gerecht zu werden, und gleichzeitig Textinhalte präsentieren, die Suchmaschinen mit der erhofften guten Platzierung in den Suchergebnissen belohnen? Die Antwort ist gleichermaßen ernüchternd wie simpel.
Die Fallen, über man als SEO immer wieder stolpert, sind oft unscheibar und führen nicht selten zu absolutem Unverständnis, wenn die geliebte oder lukrative Webseite von einem Tag auf den anderen bei Google & Co nicht mehr gelistet wird. Viele Methoden scheinen auf den ersten Blick nicht "böse" zu sein, und sollten daher auch nicht der Grund für eine Bestrafung der Webseite sein. Das Problem, mit dem sich der unbedarfte Webworker konfrontiert sieht, resultiert daraus, dass einige Mittel zur Darstellung von Inhalten von Spammern besonders gerne benutz werden. Wer von diesen Techniken, auch ohne Hintergedanken, gebraucht macht, läuft Gefahr in die Falle zu tappen. Hinzu kommt, dass potentiell gefährliche Methoden nicht immer zu umgehen sind. Der einzige Weg aus der Misere ist sorgsamer und sparsamer Gebrauch.
display: none
Eine sehr populäre Technik zum dynamischen aus- und einblenden von Inhalten ist, diese durch eine display-Anweisung im CSS zu steuern. Ein oft anzutreffendes Beispiel ist die do genannte Flyout-Navigation. Ein nettes Feature vieler Webseiten und außerdem auch praktisch für Besucher, weil diese sich den Weg zur gesuchten Information anschauen können, bevor Sie ihn gehen oder vielleicht erst noch suchen müssen.
Problematisch: display: none ist eine bei Spammern beliebte, weil einfache Methode, um Textinhalte vor normalen Besuchern zu verstecken aber für Suchmaschinen sichtbar zu präsentieren. Je häufiger dieses Attribut (X)HTML-Elementen zugewiesen wird, desto eher wird eine Webseite als Betrugsversuch in Bezug auf Suchmaschinenoptimierung eingestuft. Eine Flyout-Navigation war bisher allerdings noch nie ein Problem.
SWFObject
SWFObject wird benutzt, um Suchmaschinen alternative Inhalte zu Flash-Elementen anzubieten. Allerdings gibt es für Suchmaschinen keine Garantie, dass der durch SWFObject angebotene alternative Text etwas mit dem Inhalt zu tun hat, der durch das zugehörige Flash-Element transportiert wird. Potentiell ist damit die Möglichkeit geschaffen, versteckte Texte zu präsentieren. Diese wird von scharzen Schaafen auch gerne genutzt, weshalb der Einsatz der Methode die Bewertung einer Webseite tendenziell in Richtung Spam verschiebt.
Eine Alternative, die bisher keinen besonderen Bekanntheitsgrad erlangen konnte, obwohl sie mit den Maßen des WWW gemessen uralt ist, ist sIFR - 2005 vorgestellt. sIFR ist begrenzt einsetzbar und wurde hauptsächlich für den Zweck entwickelt, beliebige Schrifttypen für Webseiten implementieren zu können. Der Text innerhalb eines (X)HTML-Elements wird dabei per JavaScript an Flash übergeben und von diesem in der gewünschten Schriftart und Effekten gerendert auf der Webseite ausgegeben. Sind JavaScript und/oder Flash nicht verfügbar muss der Besucher eben mit dem durch CSS definierten Font-Design vorlieb nehmen. Der Vorteil von sIFR liegt auf der Hand. Die Inhalte sind als regulärer Text gegeben und damit die falsche Interpretation durch Suchmaschinen ausgeschlossen.
Wie Google vor ein paar Tagen bekannt gab, hat Adobe mittlerweile dafür gesorgt, dass das Auslesen von Textinhalten nun auch für Suchmaschinen problemlos möglich ist. Alternative Inhalte zu Flash-Elementen könnten also schon bald überflüssig werden und sollten dann auch weitestgehend entfernt werden.
IP Delivery
Unter IP Delivery versteht man das gezielte Ausliefern bestimmter Inhalte in Abhängigkeit der IP des Besuchers. Oft wird IP Delivery dazu benutzt, um abhängig von der Herkunft des Besuchers, Inhalte in der passenden Sprache zu präsentieren. Obwohl an diesem Beispiel nichts auszusetzen ist, ist der Einsatz der Methode tatsächlich sehr gefährlich. IP Delivery wird schnell als Cloaking interpretiert und Cloaking wird in der Welt der Suchmaschinen als Todsünde angesehen, weil es ermöglicht, einer Suchmaschine - die IPs der Robots sind bekannt - andere Inhalte zu präsentieren, als einem normalen Besucher.
Konsequenzen und Risikomanagement
Die vorgestellten Methoden werden alle aus legitimen Gründen in der alltäglichen Entwicklung von Webseiten eingesetzt. Trotzdem bergen sie das Risiko, von Suchmaschinen abgestraft zu werden oder komplett aus dem Index zu fliegen. Die einzige Möglichkeit, dieses Risiko so gering wir möglich zu halten, ist also möglichst wenig Gebrauch von Methoden zu machen, die für Spammer interessant sein könnten. Es ist also ratsam, sich schon bei der Planung einer Webseite darüber Gedanken zu machen, durch welche Techniken Design und Inhalte zusammen gefügt werden können und unter Umständen auf das ein oder andere Design-Schmankerl zu verzichten.
Gefunden auf SearchEngineWatch.com.
1 Kommentare
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Malte Landwehr ~ 03. Juli 2008 @ 06:27
IP Delivery muss nicht immer schlecht sein! Google selbst nutzt auch Cloaking (z.B. auf YouTube) und erlaubt auch vielen großen Seiten das Cloaken.

